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Astrid
Konrad
Spittelberg
Spittelberg - Architektur.Geschichte.NutzerInnen.Raum
Ausgangspunkt dieser Diplomarbeit war der Wunsch, anhand eines Wiener Grätzels - dem Spittelberg - herauszufinden, was Stadt an diesem bestimmten Ort ausmacht. Insbesondere sollte der Frage nachgegangen werden, welche Elemente aus Geschichte, Architektur und Stadt sowie Gesellschaft das Leben am Spittelberg wesentlich bestimmen und in welcher Weise dies geschieht.
Um der Beantwortung dieser Frage näher zu kommen, folgte die Erarbeitung dreier Abschnitte, die von grundlegenden Voraussetzungen wie Raum, Geschichte, Architektur und NutzerInnen bzw. Funktionen über die Anwendung von sozialwissenschaftlichen Methoden und dem Führen qualitativer Interviews bis hin zur Formulierung raumbezogener Wahrnehmungen und Handlungen der befragten NutzerInnen reichte.
Ehemals ein geschichtsträchtiger Vorort Wiens, scheint der Spittelberg heute eine der gefragtesten – und auch teuersten – Wohnlagen Wiens zu sein. Gleich neben dem Museumsquartier gelegen, umgeben von verkehrs-reichen Straßen wie der Burggasse und der Mariahilfer-straße, wohnt es sich hier räumlich nahe der Innenstadt und dennoch ruhig und beschaulich. Doch das spezielle städtebauliche, gesellschaftliche und architektonische Setting, das am Spittelberg beobachtet werden kann, ist das Ergebnis jahrhundertelanger Stadtwerdung.
Die vorliegende Arbeit hat nun zum Ziel zu ermitteln, welche Faktoren das Leben und Arbeiten am Spittelberg maßgeblich beeinflussen. Da das Projekt interdisziplinär angelegt wurde und von einem Raumverständnis getragen wird, das Raum immer auch in seinem gesellschaftlichen und zeitlichen Kontext analysieren und verstehen will, wurde die auf Literatur aufbauende Analyse des Grätzels Spittelberg um das Führen qualitativer Interviews nach den Methoden der Foto-befragung und des Leitfadeninterviews ergänzt. Die Datenauswertung basierte hingegen auf den Methoden der Grounded Theory und der Zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring.
Die Bereiche Architektur, Öffentlicher Raum, Lage in der Stadt und Atmosphäre werden dabei einer genaueren Betrachtung unterzogen und versucht zu ermitteln, welche Elemente aus den vorgestellten Bereichen in den Interviews genannt wurden und wie das spezielle räumliche Setting von den AkteurInnen des Spittelberges wahrgenommen und in deren Handlungen einbezogen wird. Soziale Phänomene wie Identifikation mit dem Stadtteil oder Aneignung einer neuen Umgebung werden in der Arbeit ebenso thematisiert wie auch übergeordnete stadtsoziologisch relevante Prozesse der Gentrifizierung und des sozialen Wandels.
Das Forschungsprojekt macht sich dabei sowohl die durch die Fotobefragung initiierte aktive Stellung der Befragten als auch die visuelle Konkretisierung der Gesprächsinhalte zu Nutze.
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