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Bernhard
Wisser
Anna
Zottl
BEGEGNUNGSRAUM INNENSTADT
BEGEGNUNGSRAUM INNENSTADT - AUFWERTUNG UND WEITERENTWICKLUNG DER KLAGENFURTER FUSSGÄNGERZONE
Die vorliegende Diplomarbeit mit dem Titel "Begegnungsraum Innenstadt - Aufwertung und Weiterentwicklung der Klagenfurter Innenstadt" dreht sich um das Thema der Entwicklung eines neuen, städtebaulichen Modells für die Klagenfurter Innenstadt mit einem Enwicklungszeitraum für die nächsten acht bis zehn Jahre.

Ausgehend von der ersten Österreichischen Fußgängerzone, 1961 in der Altstadt Klagenfurts gegründet, soll sich ein fußgängerfreundlicher Begegnungsraum in der Innenstadt entwickeln. Einem "Phasenplan" folgend wird die bestehende Fußgängerzone schrittweise weterentwickelt und nach und nach der Individualverkehr auf die ausgebaute "Stadtautobahn" umgelenkt und innerhalb dieser in Form eines "Schleifenkonzepts" neu organisiert.
Durch die erweiterte Fußgängerzone können die innerstädtischen Attraktionen - EKZ City-Arkaden, Museen, Gallerien, ... - besser und gleichwertig fußläufig erschlossen werden und werten damit die Lebensqualität der Innenstadt auf.
Gleichsam werden mit den, vom MIV freigehaltenen Straßen auch die Entwicklungschancen für die weniger attraktiven Einkaufsstraßen - zu einer besseren Kaufkraftverteilung - gestärkt.

Das neue Konzept gibt der Innenstadt Klagenfurts die Möglichkeit, sich städtebaulich, wirtschaftlich, touristisch und nicht zu letzt ökologisch weiterzuentwickeln.
Dem ausgearbeiteten städtebaulichen Modell liegt ein Konzept zugrunde, das sich auf drei Argumente stützt. Das erste Argument ist die derzeitige Situation mit dem, seit März 2006 eröffnetem Einkaufszentrum City-Arkaden Klagenfurt, das auf dem alten „Neuner-Areal“ im Norden der Innenstadt (entlang der St. Veiter Straße) erbaut wurde. Diese jüngste innerstädtische Einkaufsattraktion brachte diverse Veränderungen in städtebaulicher Hinsicht mit sich. Zum Einen bewirkte das neue Überangebot an Gütern des mittel- und langfristigen Bedarfs, dass viele Geschäftsleute um ihre Existenz fürchteten und daher den Auszug aus den alten Lokalitäten in der Innenstadt (vor allem in der Bahnhofstraße und den kreuzenden Einkaufsstraßen) und die Übersiedlung in den neuen Einkaufstempel einem Verharren und Abwarten bevorzugten. Damit enstanden bereits vor der Eröffnung zahlreiche Leerstände in den Erdgeschoßzonen der innerstädtischen Straßen. Zum Anderen wurde die Errichtung des neuen Einkaufszentrums, sowie auch die 2008 erwartete Fußball-Europameisterschaft zum Anstoß genommen, den Klagenfurter Ring (um die Innenstadtbezirke I-IV) gänzlich vierspurig auszubauen, um damit eine Verkehrsentlastung für die Straßen der Innenstadt zu erzielen.
Diese Idee des vierspurigen Ausbaus zu einer „Stadtautobahn“ wurde in der vorliegenden Arbeit aufgenommen und weiterentwickelt. Mit der Entlastung der innerstädtischen Straßenzüge vom Individualverkehr – die höchste Pkw-Belastung besteht hier eindeutig durch den „Transitverkehr“, also dem einfachen Durchqueren der Innenstadt – stellte sich die Frage, ob damit nicht auch ein völlig neues Verkehrskonzept für die Klagenfurter Innenstadt entstehen könnte. Eine Beantwortung dieser Frage wurde im Laufe der Entwicklung dieser Arbeit durch die Untersuchung zur Schaffung von verkehrsberuhigten und autofreien Zonen, sowie der Entwicklung eines „Schleifenkonzepts“ für den Individualverkehr getätigt. Mit der Einführung einer weiteren verkehrsberuhigten Zone im innerstädtischen Gebiet (Burggasse, nördl. vom Neuen Platz) seitens der Stadtplanung, deren Befahrung nur noch durch die öffentlichen Buslinien, Taxis, Einsatzfahrzeuge, sowie Pkws, die aus der Tiefgarage unter dem Neuen Platz kommen, erlaubt ist, wurde ein zweites Argument zur Durchsetzung der Idee, die Klagenfurter Fußgängerzone aus der Altstadt herauswachsen zu lassen und auf das Gebiet der Neustadt (oder Rasterstadt) zu erweitern, gefunden. Das dritte Argument bildet sich aus der Tatsache, dass eine Verkehrsentlastung der Innenstadt auch eine deutliche Reduktion der Umweltbelastungen hinsichtlich des CO2-Ausstoßes und der Feinstaubbelastung bedeuten würde. Klagenfurt rangiert unter den Städten mit der höchsten Feinstaubbelastung Österreichs.

Zur Umsetzung des Vorhabens, die bestehende Fußgängerzone auf die Innenstadt auszuweiten, wurde ein Plan erarbeitet, der eine phasenweise Weiterentwicklung dieser vorsieht.
Beginnend mit der „Phase 00“ soll ein Ausgangspunkt angenommen werden, bei dem der besagte Ringstraßenausbau bereits vollendet ist und zugehörige, vorbereitende Maßnahmen getroffen wurden. Diese umfassen Aufforstungen der Alleebaumbestände entlang der Ringstraßen, sowie vereinzelte Straßenarbeiten. In „Phase 01“ soll nun in weiterer Folge die Fußgängerzone zum ersten Mal wachsen und sich die angrenzenden Altstadtbereiche einverleiben. Zusätzlich dazu sollen Straßen mit niedriger Verkehrsfrequentierung ebenfalls aufgelöst werden.
Auf „Phase 01“ soll eine Übergangszeit folgen, inder der neue Zustand untersucht und durch Volksbefragungen bestätigt werden soll. Einer Zustimmung durch die Bevölkerung und der Stadtplanung kann dann die „Phase 02“ folgen.
In „Phase 02“ soll die Fußgängerzone auf ihre endgültige, vorgeschlagene Größe anwachsen. Dies zieht die Maßnahmen zur Sperrung und Auflösung auch der, durch den Individualverkehr hochfrequentierten Straßenzüge mit sich und muss daher in möglichst rascher und unkomplizierter Art und Weise erfolgen, ohne das innerstädtische Leben auszulöschen. Im Zuge des Umbaus der Straßenräume wird auch das „Schleifenkozept“, das die gewach-sene Fußgängerzone tangieren und beschicken soll, hergestellt und ermöglicht auch Nichtanrainern weiterhin die Innenstadt mit dem Auto zu erreichen.
„Phase 03“ bildet den Abschluss der vorgeschlagenen Maßnahmen, inder ein Umbau und eine städtebauliche An-pasung der eingangs erwähnten City-Arkaden zu einem Einkaufszentrum mit Passagenwirkung und die Rückgewinnung eines verlorengegangen Grünraums stattfinden soll.
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