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Emanuel
Kloss
pon.de.acc - Ponte dell\' Accademia
pon.de.acc - Ponte dell\' Accademia
Pon.de.acc ist eine Brücke über den Canal Grande in Venedig. Im Verlauf der Brücke sind ein Café und ein Ausstellungsraum integriert. Der theoretische Teil der Arbeit behandelt die Entwicklung der Multifunktionalität im Brückenbau sowie die Geschichte der Stadt. Die Brücke wird von einem Stadtraum umgeben, der ein System aus aufeinander abfolgenden Plätzen darstellt. Ein vereinfachtes Profil dieses Stadtraumes ist die Basis des Konzepts und lässt eine platzartige Erweiterung in der Mitte der Brücke entstehen. Abschließend folgen vertiefende Untersuchungen zu Faserverbundwerkstoffen als Ergebnis eines kurzfristigen Forschungsaufenthalts in England.
Venedigs Brücken über den Canal Grande sind etwas Besonderes und deren Bau hat eine komplizierte, langwierige Geschichte. Die Accademia Brücke ist seit über siebzig Jahren eine provisorische Lösung. Die Brücke bildet nach wie vor das Bindeglied eines stark frequentierten Fußwegs von der Rialtobrücke zur Gemäldegalerie Accademia. Die neue Brücke soll nicht nur als Verbindung zwischen zwei Ufern fungieren, sondern durch zusätzliche Funktionen zu einem eigenständigen Ziel werden, wie in dem aktuellen Ideenwettbewerb der Firma Arquitectum 2006 angedacht, auf dem die Projektidee basiert. Zu Beginn der Arbeit gibt es einige Beispiele und Konzepte aus der Geschichte hybrider Brücken, einen Überblick der Geschichte Venedigs im Allgemeinen sowie der Accademia Brücke im Speziellen. Dem Konzept zu Grunde liegend ist die Einbindung der Brücke in die sequenzielle Platzabfolge. In der Mitte der Brücke wird der Weg versetzt und so zu einem Platz erweitert. Durch den leicht verschobenen Standort der Brücke wird die Umgebung neu geordnet. Die zwei angrenzenden Plätze erhalten dadurch eine Sichtbeziehung zueinander sowie zum Wasser. Die raumgreifende Ausformung der Brücke fasst den Blick auf der San Vidal Seite und erzeugt auf der Accademia Seite einen überdachten Vorbereich zur Gemäldegalerie sowie einen Übergang zum dichten Viertel Richtung Campo Santa Margherita. Im Verlauf des Weges wird durch ein Spiel der Ebenen und dreidimensionaler Verflechtung das Dach zum Boden und wieder zum Dach. Das Projekt spricht eine zeitgemäße Architektursprache und biedert sich formal nicht der alten Substanz an. Trotzdem gibt es gewisse Gemeinsamkeiten, zum Beispiel die Fassadenstruktur, die der am Canal Grande allgegenwärtigen venezianischen Gothik ähnelt. Die Materialwahl sollte den aktuellen Stand der Technik widerspiegeln und die venezianische Tradition leichten Bauens fortsetzen.
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